Airstreeem Carbon Aero 50 SL


Die 2008 gegründete österreichische Rennrad- und Triathlonmarke Airstreeem hat ihr Laufradsortiment um eine Aero Series ergänzt. Das Topmodell hört auf den Namen Carbon Aero 50 SL und ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen Team SL Tubulars. Die Aerolaufräder sollen sich gleichermaßen mit niedrigem Gewicht (1.210 Gramm), hoher Steifigkeit und überragender Bremsleistung unter allen Bedingungen auszeichnen.
Verantwortlich hierfür: typische Airstreeem-Features wie Hammerkopfspeichen, die steife Achsführung, ausgeglichene Speichen-Spannungen, eine asymmetrische Hinterradfelge sowie die spezielle Bremsflankenbeschichtung. Zusätzlich wurden die neuen Laufräder aerodynamisch optimiert, besitzen ein 24,5 mm breites Felgenprofil und sehr schmale Aerospeichendreiecke.

 

Technische Besonderheiten

Die Felgen besitzen einen verstärkten Flansch und eingepasste Nippel. Jedes einzelne Speichenloch wird innen plan gefräst und erhält eine passgenaue Winkelbohrung, so dass jeder Nippel automatisch die richtige Position findet und der Abstand zur Nabe gleich bleibt. Durch diese Maßnahmen ist eine noch höhere Spannung der Straight-Pull-Speichen möglich, was sich bei Steifigkeit und Antriebsübertragung positiv bemerkbar macht. Ein innenliegender Spezialschaum sorgt für geringe Temperaturentwicklung und verbesserte -ableitung von der Bremsflanke. Top Bremsleistung soll durch eine doppeldicke Nano-High-Temp-Beschichtung unter allen Bedingungen erzielt werden.

Bei den extra-steifen Alu-Naben im Carbonlook griff Airstreeem tief in die Trickkiste. Vorne 4-fach gelagert, verringern hinten gleich 5 Markenindustrielager den Verschleiß – und das trotz niedrigem Gewicht. Der Shimano-Freilauf ist zwar für 11-fach Ritzel ausgelegt, aber mit einem Zwischenring auch mit älteren Naben und SRAM kompatibel. Selbstverständlich ist auch eine Campaversion erhältlich.

Die Straight-Pull Speichen können im Rahmen des innovativen Laufradkonzepts extrem hart gespeicht werden (bis zu 135 kgf anstatt marktüblichen 90-100 kgf). Zur Vermeidung von kritischen Berührungspunkten/Sollbruchstellen bedient sich Airstreeem vorne und hinten der gekreuzten Einspeichung („Non touch double cross“).

Airstreeems patentierte asymmetrische Hinterradfelge ermöglicht erstmals eine auf Antriebs- und Nichtantriebseite gleichmäßige Speichenspannung und Steifigkeit. Die eng beieinander liegenden Speichenaufnahmen vorne und hinten lassen sehr schmale Speichendreiecke zu, wodurch die Aerodynamik zusätzlich verbessert wurde.

Zedler Seitensteifigkeit-Test der Carbon Aero 50 SL
VR nach rechts: 43 N/mm (Vergleich ZIPP 404 FC 43 N/mm)*
VR nach links: 42 N/mm
HR nach rechts: 40 N/mm (Vergleich ZIPP 404 FC 36 N/mm)*
HR nach links: 40 N/mm

* Vergleichswerte von Zedler nach TOUR-Standard

Asymmetrische 24,5 mm Aero Profile, Double Bearing, Extra Stiff aerodynamische Speichendreiecke

 

 

 

 

 

 

Das Leichtbaumodell der neuen Airstreeem Aero Series für Wettkampf und Alltag.


Spezifikation: Carbon Aero 50 SL

Felgenkonstruktion Aero Series Schlauchreifenfelge, 48 mm Höhe, 24,5 mm BreiteNano-High-Temperature Bremsflankenbeschichtung
Speichen 20/24 Straight Pull Sapim CX-Ray, gekreuztinnenliegende im Felgenflansch eingepasste Nippel
Naben Airstreeem Carbon-Look, Straight Pull, Double Bearing Extra Stiff – Nabentechnologyvorne 4-fach, hinten 5-fach gelagert
Freilauf Shimano 11-fach, SRAM oder Campa
Gewichte VR 530 g / HR 680 g = 1.210 g (Herstellerangabe)VR 570 g / HR 722 g = 1.292 g (Test-LR gewogen inkl. giftgrünen Test-Aufklebern)
Zubehör Titanschnellspanner 50 g, Carbon-Bremsbeläge, Laufradtasche
Preis € 1.550,- UVPinkl. 2 Jahre Crash-Replacement (auch bei Renneinsatz)+ lebenslange Garantie bei Speichenbruch

               Hinterrad 722 g                                    Vorderrad 570 g                      Titanschnellspanner 50 g

 

 

 

 

 

 

Bremsleistung am Prüfstand

Die Bremsflanken der Laufräder zeichnen sich durch überragende Bremsleistung aus. Dies wurde bei den Spezialisten von SwissStop am Prüfstand nachgewiesen.

Unterhalb ein Auszug aus dem Prüfbericht des SwissStop Labors. Bei einer Vollbremsung von 60 km/h bis zum völligen Stillstand beträgt der Bremsweg 172 m bei Nässe (Ultegra Bremse, 60 N Bremskraft mit BlackPrince Belägen). Durchschnittliche Alugarnituren liegen laut Airstreeem bei ca. 180 m und Carbonlaufräder der führenden Hersteller bei über 210 m.

Grund genug für Steffen Justus, Rebecca Robisch und einige Contiteams, diese Felgen im Wettkampf einzusetzen.

Erster Eindruck

Bisher konnte Bikeboard.at die Laufräder 900 Kilometer auf Mallorca testen. Sie gefielen auf Anhieb aufgrund ihrer hohen Steifigkeit. Selbst im harten Wiegetritt kam es zu keinerlei Schleifen an den Bremsbelägen.
Ebenso überzeugend die Bremsleistung: unbenutzte Felgen, nagelneue blaue Airstreeem-Bremsbeläge und von Beginn an vorbildliche Verzögerung und absolut kein Quietschen. Auch die vielen harten Bremsmanöver beim Sa Calobra-Downhill gingen an den Felgen spurlos vorüber.
Wir konnten allerdings einen recht hohen Bremsgummiverschleiß (vor allem vorne) beobachten. Nach 900 Kilometern sind die vorderen Beläge schon recht nahe am Indikator. Auf Rückfrage beim Hersteller erhielten wir die Antwort, dass sich der Verschleiß nach dem ersten Belagswechsel auf ein normales Niveau einpendeln sollte. Wir werden es im Auge behalten.

Für die Aero Series Laufräder können neben den blauen Airstreeem Belägen auch die Modelle Yellow, Swissking und Blackprince von SwissStop genommen werden.

 

Interview mit Stefan Probst

Alle Airstreeem Laufräder werden von der Designphase über den Prototyp bis hin zur Herstellung von Geschäftsführer und Produktmanager Stefan Probst begleitet. Dank seiner jahrelangen Rennerfahrung weiß Probst, worauf es ankommt.

Bikeboard: Warum bietet Airstreeem Vollcarbonlaufräder nur als Schlauchreifenversion an?
Stefan: In meinen Augen ist Tubular die einzig sichere Bauweise für Vollcarbonlaufräder, da die Felge wesentlich hitzebeständiger ist und sich der Reifen nicht so einfach von ihr lösen kann. Außerdem sind Tubular-LR durchwegs leichter und bieten eine erhöhte Sicherheit gegenüber Drahtreifen vor Reifenpannen.

Mit welcher Methode klebt ihr die Reifen auf eure Laufräder?
Mittlerweile vertrauen wir auf die Klebebandtechnologie von Tufo. Die Neu-Beklebung oder ein Reifentausch ist in wenigen Minuten ohne den mühevollen Einsatz von Reifenkleber möglich und die Laufräder können unverzüglich in Betrieb genommen werden.

„Mir ist kein anderes Produkt mit einer geringeren Hitzeentwicklung bekannt.“
Stefan Probst, Airstreeem Chef

Wie sieht das mit der Bremsleistung bei Hitze oder Nässe aus – da gibt es mit Felgenflanken aus Carbon doch immer wieder Probleme?
Wir haben viel Zeit und Knowhow in die Entwicklung unser Bremsflanken investiert. Neben der speziellen Beschichtung sorgt eine moderne Carbonfaser, die wir direkt in Japan einkaufen, für große Verzögerung bei minimaler Hitzeentwicklung. Diese liegt bis zu 50% unter dem Carbonfelgendurchschnitt. Mir ist kein anderes Produkt mit einer geringeren Hitzeentwicklung bekannt.

Gibt es dazu einen empirischen Nachweis oder wissenschaftliche Untersuchungen?
Positive Rückmeldungen über die Bremsleistung unserer Carbonfelgen gab es ja schon immer, jetzt wurden unsere Felgen auch am Prüfstand bei SwissStop getestet.
Durchschnittliche Carbonfelgen können Temperaturen bis zu 200 Grad erreichen. Ab 180 Grad wird es generell kritisch. Gemäß dem Prüfbericht vom SwissStop-Labor erhitzen unsere Felgen bei einer Vollbremsung auf maximal 89,9 Grad – Vergleichsmodelle generieren bei diesem Test bereits mehr als 180 Grad und beginnen zu delaminieren.

Wo kann ein interessierter Kunde eure Laufräder kaufen und gibt es auch die Möglichkeit. vorab eine Probefahrt damit zu unternehmen?
Wir haben das Händlernetz in Österreich und Deutschland stark ausgebaut. Testlaufräder gibt es bei vielen Airstreeem-Händlern. Natürlich können auch die neuen Carbon Aero 50 Laufräder ausgiebig getestet werden – bei Nässe, Hitze, Ausfahrten und Rennen – es gibt keine Grenzen.

 

Quelle: Bikeboard.at